Abenteuer Urlaub
Lisa fuhr mit ihren Eltern jedes Jahr in die Sommerferien. Auch dieses Mal flogen sie weg in Richtung Süden. Es ging nach Djerba in Tunesien, wo die Sonne brennt. Der Flug wurde wie immer reichlich langweilig, doch Lisa, die es liebte Detektiv zu spielen, vertrieb sich die Zei, indem sie andere Passagiere beschattete. Besonders auffallend benahm sich ein kleiner, bärtiger Mann in der 5. Reihe. Er wühlte erregt in seinem Handgepäck und schaute immer wieder verblüft auf. ,,Dem wurde etwas geklaut!" schoß es Lisa durch denKopf. Sie beobachtete, wie er an Reihe 7, in der Lisa saß, vorbei hastete und sich im hinteren Teil des Flugzeuges mit einem Anderen traff. Sie diskutierten aufgeregt und der Andere, welcher etwas größer war, lachte zwischendurch schelmisch. ,,Interessant." murmelte Lisa. In diesem Moment wurde sie von ihrer Mutter angestoßen: ,,Lisa" meckerte sie ,,Du weißt doch, daß man anderen Leuten nicht ,,so" hinterherschaut." ,,Aber, Mami!" bat Lisa. Doch ihre Mutter blieb hart: ,, Nein, das gehört sich nicht!" Dieser Moment, den Lisa nicht hatte aufpassen können, war sehr wichtig: der kleine, bärtige war längst wieder auf seinem Platz,das wusste Lisa. Doch der Andere war verschwunden. Wenn sie bloß wüßte ,,wo"! Trotzig nahm sich die Elfjährige ihr Buch und las den Rest des Fluges.
Am Flughafen gab es wieder ein riesiges Gedrängel. Doch Lisa hatte Glück, und sah den Mann aus der 5. Reihe im Bus, der zu den Hotels fuhr, wieder. Er wohnte sogar im gleichen Hotel, dem ,,Cala Djerba Palasthotel". Als die Zimmer verteilt waren, ging es ans Auspacken. Lisa war die Schnellste der Familie, sie wollte sofort einen Erkundungstrip durch das Hotel vornehmen. Allein natürlich. Nun lief sie an dem großzügig angelegten Pool vorbei zu der Bar, doch sie sah weder den Bärtigen, noch irgendeinen Anderen, der ihr aus dem Flugzeug bekannt war. Es war nun 1 Uhr mittags, also würde nun das Mittagsbuffet bereitstehen. Lisa ging in den Eßraum und sah sich dort nach bekannten Gesichtern um. Zwischendurch nahm sie sich ein wenig Obst von dem reichlich gedeckten Buffet.

Auch hier entdeckte sie niemanden. ,,Anscheinend ist noch keiner mit dem Auspacken fertig." dachte sie sich. Langsam spazierte sie durch den kleinen Hotelpark, um wieder zu ihrem Appartement zu kommen, da sie dachte, daß sie zu dieser Zeit niemanden finden würde. Doch als sie um eine Ecke biegen wollte beobachtete sie durch das dichte Gebüsch, wie sich zwei Männer unterhielten. Es waren die beiden aus dem Flugzeug! Das Mädchen hockte sich leise hin und belauschte die Männer. ,,Das kannst du nicht machen, das ist illegal." stotterte der kleinere Mann. ,,Ich kann noch viel mehr!" lachte der andere. Der Erste entgegnete leise: ,, Ich steige aus." und enfernte sich dann schnell vom Treffpunkt. Auch der Zweite ging rasch weg. Nun richtete Lisa sich wieder auf und lief zu hren Eltern. ,, Na," scherzte ihr Vater, ,,hast du dich in dem großen Hotel verlaufen? ,,Nein, nein." antwortete Lisa geistesabwesend. Nun gingen alle zusammen in den Eßraum, um ihr Mittag einzunehmen.

Danach erkundeten sie den Strand. Am Abend gab es ein Willkommensessen für alle. Jeder bekam ein Namensschild, so konnte Lisa heraußfinden, daß der kleine Bärtige Wilfried Stiehl hieß. Sie bemerkte daß der Große nicht auf der Party war, war er vielleicht gar nicht in diesem Hotel? Lisa erinnerte sich, daß sie ihn im Bus nicht gesehen hatte. Wo war er dann nach dem Flug geblieben? Sie wurde in ihren Gedanken aufgeschreckt, als sie von ihrer Mutter gefragt wurde: ,,Möchtest du denn gar nichts essen?" ,,War ein bißchen viel Mittag." antwortete das Mädchen leise. Nun beobachtete sie gespannt, wie Stiehl in einen Wagen mit spanischem Kennzeichen stieg und davonfuhr. Sie bat ihre Mutter, ihr zu erlauben, einen Spaziergang zu machen. Wenig später eilte sie in die Richtung, in die Stiehl gefahren war. Sie hatte Glück und sah das Auto nach kurzer Zeit wieder, wie es in die Einfahrt eines Restaurants bog. Der Mann stieg aus dem Auto und setzte sich an einen freien Tisch. Ca. 5 Minuten später kam ein anderer hinzu, Lisa kannte ihn nicht. Der Fremde übergab Stiehl einen großen Briefumschlag und verschwand dann genauso schnell, wie er gekommen war. Geduckt schlich das Mädchen fort, denn sie ahnte, daß Stiehl bald wieder zum Hotel zurückfahren würde. Diese Nacht wurde lang, denn Lisa konnte nicht einschlafen, sie mußte immer wieder an den Briefumschlag denken, der Stiehl übergeben wurde. Um 2 Uhr nachts, als ihre Eltern längst schliefen, stieg Lisa aus dem Bett und setzte sich auf dem Balkon in einen Stuhl. Sie konnte von dort aus die gesamte Hotelanlage überblicken. Auf einmal sah die Elfjährige zwei dunkle Gestalten im Park. Als die beiden ins Licht der Laterne kamen konnte Lisa erkennen, daß es sich nur um ein verliebtes Paar handelte. Sie gähnte leise, und legte sich nun wieder in ihr Bett. Nach kurzer Zeit schlief sie dann endlich ein. Am nächsten Morgen gab es ein reichliches Frühstück im Hotel. Für diesen Tag hatten sich Lisa und ihre Eltern einen Kamelritt vorgenommen, zu dem sie schon um 10 Uhr angemeldet waren.

Trotz einiger Schwierigkeiten kamen sie pünktlich, und wurden auch sofort auf die Kamele aufgeteilt. Überrascht bemerkte Lisa, daß auch Stiehl mit von der Partie war. Sie beobachtete ihn aufmerksam, konnte jedoch nichts Auffälliges feststellen. Nun wandte Lisa sich wieder dem zu, was vor ihr geschah. Ein Mädchen in ihrem Alter ritt neben ihr, Lisa kannte sie aus dem Hotel. ,, Wußtest du, daß man hier auch Tauchen kann?" begann die Andere ein Gespräch. Lisa antwortete lachend: ,, Nee, aber weißt du, daß ich Lisa heiße?" ,,Ich wußte es die ganze Zeit," scherzte das andere Mädchen, ,, ich heiße übrigens Tina." Die Mädchen unterhielten sich noch lange, und verabredeten sich für später.
Es war nun 14 Uhr, und die Mädchen spazierten durch den Park. Lisa erzählte Tina von ihren Beobachtungen, denn auch sie interessierte sich für Detektive. Am alten Treffpunkt trafen sich Stiehl und der Andere wieder. Die Mädchen belauschten die Männer vorsichtig. Sie redeten über irgendwelche ,,Steine", doch Lisa und Tina konnten sich denken, daß es sich um Edelsteine handelte. Als die Männer gingen, beschloßen die Freundinnen, dem Fremden zu verfolgen. Er lief einen schmalen Weg entlang, bis er zu einer großen Villa kam. Er trat ein und die Tür schloß sich wieder. Tina laß das Türschild: ,, Schulten, das ist eindeutig Deutsch!" Lisa schüttelte den Kopf:,, Deutsch sieht der aber nicht aus." Die beiden stapften nachdenklich zum Hotel zurück. ,,Meinst du, das ist so eine Art Deckname?" überlegte Tina. ,,Möglich wär`s," antwortete ihre Freundin, ,,aber es könnte genauso gut sein, daß der dort gar nicht wohnt." Die Mädchen beschloßen, Stiehl noch intensiver zu beobachten, um mehr über den großen Unbekannten herauszufinden. Dazu hatte am darauffolgenden Tag nur Tina Gelegenheit, denn Lisa mußte mit ihren Eltern in einen anderen Ort wandern, um sich die Folklore anzuschauen. Am Vormittag gingen Tinas Eltern an den Strand, und sie mußte am Hotelpool bleiben, um Stiehl nicht aus den Augen zu lassen. Tina trug einen türkisblauen Badeanzug und darüber ein gelbes T-Shirt. Sie saß am Rand des Pools und ließ ihre Beine ins Wasser hängen. Auf einmal schwang sich der Beobachtete aus seinem Stuhl hoch und ging in die Räume des Hotels. Tina folgte ihm unauffällig. Er ging zu einem der 358 Zimmer, wahrscheinlich war es sein eigenes. Nach kurzer Zeit kam er mit einem Fläschchen Sonnenöl wieder aus dem Zimmer, und die junge Detektivin mußte sich hinter einer Säule verstecken, um nicht gesehen zu werden. Als Stiehl verschwunden war, zog Tina eine ihrer Haarnadeln aus ihrer Mähne und öffnete damit die Tür zu Stiehl`s Zimmer. In dem großen Raum standen ein Tisch, vier Stühle, zwei Sessel und eine Couch. Auf dem Tisch lagen unzählige Papiere, darunter auch ein Zettel auf dem in unleserlicher Schrift ein Name und eine Telefonnummer standen. Das Mädchen behielt den Zettel und schlich lautlos aus dem Zimmer.

Am späten Nachmittag kam Lisa endlich zurück. Sie konnte die Schrift auf dem Zettel entziffern, darauf stand: Amigos Bavar, Tel 693 21 76. Die beiden liefen zur nächsten Telefonzelle und wählten die Nummer. Eine harte Herrenstimme meldete sich:,,Schulten, guten Tag" hastig legten die Freundinnen auf. Und Lisa kombinierte:,,Also ist der Große Bavar, und wohnt bei Schulten."
An diesem Abend fand wieder eine Feier im Hotel statt. Doch Stiehl war nicht dabei. Lisa und Tina flunkerten ihren Eltern vor, sie wollten ins Bett gehen, in Wirklichkeit gingen sie jedoch den schmalen Weg entlang, bis sie zu der Villa von Herr Schulten kamen. Und tatsächlich stand vor dem Haus das Auto, das Stiehl einige Tage vorher gemietet hatte. Die Mädchen schlichen näher an das Gebäude heran. Sie hörten, wie die Gangster darüber sprachen, daß sie wertvolle Edelsteine über die Grenze geschmuggelt hatten. Stiehl war nur ein Handlanger, er wußte nicht, daß die Diamanten geklaut waren. Als er es erfuhr, wollte er sofort aussteigen. Stiehl dachte er hätte die Diamanten, und könnte abhauen, doch die anderen, das waren Bavar und Schulten, hatten ihm die Steine längst abgenommen. ,,Wir müssen die Polizei informieren!" flüsterte Lisa und schlich zu der Telefonzelle, die nur wenige Meter vom Haus entfernt lag. Doch da sie kein Arabisch sprechen konnte, schlich sie sofort wieder zurück zu Tina und erklärte ihr die Lage, in der sie steckten. ,,Da gibt es nur eine Rettung, GEORGE !!!"rief Tina und rannte schon in Richtung Hotel. Geoge war nämlich der nette Animateur, er konnte sicherlich arabisch sprechen. Schon wenig später war die von George alarmierte Polizei eingetroffen. Sie umstellten das Haus und nahmen die Ganoven fest. ,,Was hälst du davon, wenn wir nächstes Jahr wieder gemeinsam wegfahren." lachte Lisa. ,,Aber nur wenn wieder ein paar Bösewichte dabei sind." scherzte Tina. Also freuen wir uns auf das nächste Abenteuer.
Eine Geschichte von Michaela Jankowsky
Mein erster Tauchgang
Mein 2.
Schnupper dive
Zuletzt geändert: 22. April 2003.